Ein Blick in die Geschichte:140 Jahre Bücherei St. Jacobus d.Ä. Ratingen-Homberg
Viele Homberger kennen die Bücherei neben der Kirche St. Jacobus d.Ä. in der Jacobusgasse 3. Wer hätte aber gedacht, dass diese Bücherei schon 140 Jahre alt ist.
1845 wurde in Bonn der „Verein vom heiligen Karl Boromäus zur Förderung des katholischen Lebens und zur Begünstigung guter Schriften und Bücher“ als Reaktion auf die gesellschaftspolitische Situation gegründet. Im Jahr 1886 wurde Homberg Mitglied und Beitragszahler. Daher kann davon ausgegangen, dass dies das Gründungsjahr der Bücherei war. Die Katholische Öffentliche Bücherei St. Jacobus ist also in diesem Jahr 140 Jahre alt.
Bücher lesen war damals nicht so selbstverständlich wie heute. 1801 besaß die katholische Schule in Ratingen lediglich eine kleine Bibliothek mit 11 pädagogischen Werken. Bücher für Kinder suchte man vergeblich.
Noch 1815 schrieb der katholische Schulpfleger Pastor Hansen: „Kein dritter Teil der Kinder besucht die Schule.“ So forderte er auch in Homberg die Eltern auf, ihre Kinder von 6 – 12 Jahren fleißiger zur Schule zu schicken. Daraus lässt sich ersehen, wie notwendig die Förderung der Bildung der Bevölkerung war.
In dieser langen Zeit hat sich vieles verändert. So durften ab 01.01.1941 nur noch Schriften und Bücher in die Ausleihe eingestellt werden, die katholisch-religiösen oder erbaulichen, katholisch-kulturellen oder katholisch-caritativen Inhalt hatten.
1942 hatte die Bücherei einen Bestand von 505 Büchern. 1954 waren es dann schon 665 Bücher. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Homberg damals nur etwa 700 Einwohner hatte. 1955 wurde in einem Zimmer des damaligen Pfarrhauses in der Dorfstraße 7 die Bücherei eingerichtet.
Im November 1962 zog die Bücherei dann in das Haus Jacobusgasse 3, auch „Meuse“ genannt, wo sie sich noch heute befindet.
In dem Zeitungsbericht über die Eröffnung wurden die Räume als gemütlich und sehr einladend bezeichnet.
Der Bestand erreichte damals rund 1.000 Bücher. Alle Arbeiten wurden damals wie auch heute ehrenamtlich geleistet.1970 hatte die Bücherei bereits 3.200 Bände. Im Jahr 1980 wurde dann die Medienzahl auf 3.000 festgelegt.
Durch die rasante Wandlung der Medienlandschaft sind immer wieder Änderungen und Anpassungen im Büchereibetrieb notwendig. So wurde 2007 ein Büchereicafe eröffnet, um jedem Zeit und Raum für ein Gespräch zu bieten. Aktuell haben wir zwei rote Sofas in der Bücherei, die zum verweilen oder diskutieren einladen.
Immer wieder wurde auch die Einrichtung an die geänderten Bedürfnisse der Nutzer angepasst. Das Generalvikariat des Erzbistums Köln bietet regelmäßig Fortbildungen für die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen an, die – wenn es zeitlich möglich ist – gerne genutzt werden.
Vor Ort wird die Büchereiarbeit durch die großzügige Unterstützung der Bürgerstiftung St. Jacobus gefördert.